VICTOR ist da – Fraunhofer ESK nimmt Versuchsträger für vernetztes Fahren in Betrieb

Pressemitteilung / 8.7.2015

München, 08. Juli 2015 - Er heißt VICTOR, wiegt rund 1.500 Kilogramm und ist das neue Versuchsfahrzeug des Fraunhofer ESK für Forschung und Entwicklung rund um das vernetzte Fahren. Mit dem Versuchsträger testen die ESK-Forscher Anwendungen zur Fahrzeug-Umwelt-Vernetzung sowie kooperative Fahrerassistenzsysteme und Umfeldmodelle.

© Fraunhofer ESK

Mit dem Versuchsträger VICTOR erforscht und entwickelt das Fraunhofer ESK kooperative Fahrfunktionen.

Beim neuen Versuchsträger VICTOR des Fraunhofer ESK handelt es sich um einen speziell nachgerüsteten BMW 320i Touring. So verfügt das Fahrzeug über Zusatzantennen auf dem Dach: Zwei GPS-Antennen ermöglichen die Positionsbestimmung des Fahrzeugs. Für die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern und Backend-Diensten sorgen zwei Kombiantennen, die sowohl LTE-Mobilfunk als auch den autospezifischen WLAN-Standard ITS-G5 unterstützen.

Ein Laserscanner in der Mitte der Fahrzeugfront, etwa auf Höhe des Nummernschilds, ermöglicht hochgenaue Abstandsmessungen. Vorne am Fahrzeug sind außerdem seitlich zwei Radarsysteme mit mittlerer Reichweite sowie eines in der Mitte mit hoher Reichweite hinter einer Sichtblende eingebaut. Diese Systeme dienen dazu, die Umgebung wie beispielsweise die Position anderer Fahrzeuge zu erfassen.

Laserscanner liefert zweidimensionales Abbild der Fahrzeugumgebung

Im Heck des Fahrzeugs schlägt das IKT-Herz des Versuchsträgers. Dort ermöglicht das große Abgriffs-Panel über Bussysteme den Zugriff auf die Daten, welche die Sensoren liefern. Der Laserscanner steuert ein zweidimensionales Abbild der Fahrzeugumgebung bei. Diese Informationen stehen über verschiedene Schnittstellen wie CAN Bus und Ethernet bereit. Ein PC neben dem Panel ist für die Auswertung der Daten zuständig. Rohdaten, etwa aus den Sensoren, werden von Modulen des flexiblen Software-Frameworks ezCar2x des Fraunhofer ESK so aufbereitet, dass sie den Fahrerassistenzsystemen, die ebenfalls auf dem PC laufen, zur Verfügung stehen.

Und schließlich dient ein Display vor dem Beifahrersitz zur Visualisierung der Daten, die der PC im Heck des Fahrzeugs liefert. Auch die Informationen der Fahrerassistenzsysteme werden auf dem Bildschirm dargestellt. Das kleine Abgriffs-Panel im Handschuhfach ist mit dem großen im Heck verbunden und bietet eine eingeschränkte Menge an Zugriffsmöglichkeiten auf die verbauten Bussysteme. Dadurch lassen sich für prototypische Tests auch im Fahrgastraum über diese Schnittstellen Daten übertragen und beispielsweise auf einem Laptop auswerten.

Der Versuchsträger VICTOR ist als Testplattform auf die Anforderungen von Forschung und Entwicklung rund um das vernetzte Fahren ausgelegt. Ein Beispiel dafür ist die zuverlässige Car-to-X-Kommunikation in heterogenen Netzen, die sowohl LTEMobilfunk als auch den autospezifischen WLAN-Standard ITS-G5 unterstützen. Auch wird VICTOR eingesetzt bei der Entwicklung von Prototypen kooperativer Fahrerassistenzsysteme und kooperativer Umfeldmodelle. Kooperativ heißt, dass diese Systeme und Modelle auf eigene wie auf Daten anderer Fahrzeuge und einer Auto-Cloud zurückgreifen. Aber auch spezielle Applikationen für Kunden in den Bereichen Car-to-Car, Car-to-Infrastructure und Car-to-Backend lassen sich mit dem Versuchsträger auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen.

Die Features im Überblick:

  • Laserscanner und Sensoren an der Fahrzeugfront
  • Großes Abgriffs-Panel und PC im Heck
  • Zusätzliche Spezialantennen
  • Kleines Abgriffs-Panel und Display beim Beifahrersitz